Folge 1: Plötzlich Geschäftsführer: Wie wir in die Rolle hineingewachsen sind
Shownotes
Von einem Tag auf den anderen Verantwortung für ein ganzes Unternehmen – in der ersten Folge erzählen wir ehrlich, wie sich der Sprung in die Geschäftsführung angefühlt hat, inklusive Sanierung und schlafloser Nächte.
Darüber sprechen wir in dieser Folge
- Warum es bei Alfred Rexroth zwei Geschäftsführer:innen gibt
- Wie man in eine Führungsrolle hineinwächst
- Die Rolle eines Mentors in der Anfangsphase
- Führung als Sache, nicht als Status
Das nimmst du mit
- Führung lernt man im Tun – nicht im Voraus
- Ein guter Mentor kann den Unterschied machen
- Verantwortung wiegt schwerer als Titel
Erwähnt in dieser Folge
- Sanierung des Unternehmens
Mehr von den Blechvirtuosen
„Die Blechvirtuosen“ ist der Podcast für gelebte Tandem-Geschäftsführung im produzierenden Mittelstand. Neda Seyedi und Matthias Wiese führen gemeinsam die Alfred Rexroth GmbH & Co. KG in Berlin und sprechen nahbar und ehrlich über den Alltag zwischen Produktion, Zahlen und Menschen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu unserer allerersten Podcast-Folge der Blechbüteosen.
00:00:07: Mein Name ist Neda.
00:00:08: Und mein Name ist Matthias.
00:00:09: Und wir beide sind die Geschäftsführer*innen der Firma Alfred Rexroth in Berlin.
00:00:15: Wir freuen uns, dass ihr uns heute ein bisschen zuhört.
00:00:18: Wir haben geplant, eine Podcast-Reihe zu machen und der Matthias wird euch mal erklären,
00:00:23: um was es da genau geht.
00:00:24: Ja, vielen Dank. In der Podcast-Reihe, die wir für euch aufnehmen, soll es vor allem
00:00:29: darum gehen, euch mal die Rolle der Geschäftsführung ein wenig näher zu bringen.
00:00:34: Warum sind wir Geschäftsführer geworden?
00:00:36: Was hat uns bewegt, dazu Geschäftsführer zu werden?
00:00:38: Mit welchen Themen schlagen wir uns rum?
00:00:40: Welche Herausforderungen, welche Sorgen umtreiben uns?
00:00:42: Wir werden mehrere Folgen dazu machen.
00:00:45: Und jetzt in der ersten Folge wird es darum gehen, dass wir uns einfach mal berichten,
00:00:49: wie es sich damals für uns angeführt hat, vielleicht sich Geschäftsführer zu sein.
00:00:52: Und ich würde sagen, damit unsere Zuhörer einfach mal kennenlernen, dass wir eine ganz
00:00:56: kurze Vorstellungsrunde machen und ich würde dich, Neda, bitten, dass du einfach mal anfängst,
00:00:59: dich vorzustellen und dann...
00:01:01: Ich soll anfangen.
00:01:02: Ja, du sollst bitte anfangen.
00:01:03: Na ja, dann mach ich das.
00:01:04: Ja, na, ich bin keine Berlinerin, aber ich tue manchmal gerne so, als wäre ich Berlinerin.
00:01:09: Also, mein Name ist Neda.
00:01:11: Ich bin 35 Jahre jung mittlerweile.
00:01:14: Oh Mann, wie die Zeit rast.
00:01:17: Genau, ich komme gebürtig aus Kassel.
00:01:20: Meine Wurzeln kommen aus dem schönen Iran.
00:01:23: Und ja, ich bin geboren und aufgewachsen in Kassel und bin vor zehn Jahren nach Berlin
00:01:28: gezogen.
00:01:29: Ich habe Betriebswirtschaft an der Hochschule Osnabrück studiert, habe danach mir überlegt,
00:01:36: dass ich noch ein bisschen gerne meine Leidenschaft ausleben möchte und war viel im künstlerischen
00:01:41: Bereich unterwegs und habe das drei Jahre auch intensiv gemacht.
00:01:45: Dadurch hat es mich dann auch nach Berlin verschlagen.
00:01:47: Und ab dem Zeitpunkt habe ich mir dann überlegt, hey, ich finde es ganz gut, dass ich ein
00:01:53: BWL-Studium in der Tasche habe und dementsprechend wollte ich auch gerne was mit dem Studium tun.
00:01:58: Und so bin ich 2014 zu der Firma Alfred Rexroth gekommen, damals als Teilzeitkraft um Rechnungswesen.
00:02:06: Das hat mir auch wirklich sehr viel Freude bereitet.
00:02:09: Aber ich habe relativ schnell für mich festgestellt, dass es mir unheimlich viel Spaß macht,
00:02:14: mit Menschen zusammenzuarbeiten.
00:02:16: Dass es mir Spaß macht, Menschen zuzuhören.
00:02:19: Und mir war es auch ein großes Anliegen, einen Raum zu schaffen, wo Menschen hinkommen
00:02:24: können, über ihre Sorgen sprechen können, aber auch, dass man mit ihnen gemeinsam überlegt,
00:02:29: wohin können sie sich entwickeln, wohin können die Wege gehen und dementsprechend bin ich
00:02:34: dann in die Personalabteilung gewechselt, durfte mit der damaligen Lohnbuchhalterin die Personalabteilung
00:02:40: mit aufbauen, habe dort die Leitung übernommen.
00:02:43: Wie alt warst du damals, als du die Leitung übernommen hast?
00:02:45: Gott, wie alt war ich, als ich die Leitung übernommen habe.
00:02:49: 26?
00:02:50: Nicht schlecht.
00:02:51: Mit 26 die Personalabteilung von der Mittelständigenunternehmen.
00:02:54: Hut ab.
00:02:55: Ja, vielen Dank.
00:02:56: Also so viele Komplimente bin ich von Matthias gar nicht gewohnt.
00:03:00: Das macht er nur für euch, ja?
00:03:02: Nein, vielen Dank.
00:03:04: Mir ist das manchmal selber gar nicht so bewusst, aber ja, das war damals schon eine
00:03:09: riesige Herausforderung für mich.
00:03:10: Und genau, dann habe ich mich dazu entschieden, noch meinen Master berufsbegleitend zu machen.
00:03:18: Ich wollte unbedingt diesen Bereich Personal noch weiter vertiefen und habe dann berufsbegleitend
00:03:24: meinen Master in jener gemacht, im Bereich Personalentwicklung, der Studiengang heißt
00:03:30: Coaching und Führung, welchen ich übrigens vielen Personaler sehr nahe legen möchte.
00:03:35: Also das war wirklich sehr anstrengend.
00:03:38: Es war eine sehr herausfordernde Zeit, besonders das Neben der Arbeit zu machen, aber es hat
00:03:44: mir wirklich sehr, sehr viel gebracht.
00:03:46: Ich hatte auch unheimlich viel Spaß dabei und hat mich in meiner Entwicklung wahnsinnig
00:03:50: unterstützt.
00:03:51: Ja, und dann kam 2019 ein großer Umbruch hier bei Rex Rotter werden wir später darüber
00:03:57: erzählen.
00:03:58: Da hatten wir eine Sanierung bei uns im Hause, die ich mit Matthias gemeinsam mit unserem
00:04:03: Interim Geschäftsführer sehr stark begleitet habe, sehr stark durchgeführt habe und letztlich
00:04:10: 2021 dann auch die Geschäftsführung mit Matthias gemeinsam im Tandem übernehmen durfte.
00:04:17: Reicht das erstmal?
00:04:18: Ich denke, das reicht erstmal.
00:04:19: Vielen, vielen Dank dafür.
00:04:21: Okay, Matthias, magst du dich denn auch nochmal unseren Hörer in den Vorstellen?
00:04:25: Na, aber sowas von.
00:04:26: Ich denke, bei mir hört man es.
00:04:28: Ich bin Ur-Berliner.
00:04:29: Ich bin geboren und Ur-Ve wachsen hier in schönen Berlin.
00:04:32: Wo denn in Berlin?
00:04:34: Ich war in Berlin nicht im Märk bis zu meinem 14.
00:04:37: Lebensjahr, bevor wir dann nach Pankow gezogen sind.
00:04:39: Ich bin dann trotzdem in den Lichtenmärk noch weiter zur Schule gegangen und habe da quasi
00:04:43: meine halbe Jugend verbracht.
00:04:45: Nachdem wir dann nach Pankow gezogen sind, bin ich auch irgendwann nach der 10.
00:04:49: Klasse dann von der Schule abgegangen, weil ich dann irgendwann doch nicht so richtig
00:04:54: mehr Lust hatte, mich hinzusetzen.
00:04:56: Ich habe dann eine Ausbildung begonnen zum Konstruktionsmechaniker, bei einem Lieferanten
00:05:04: von meinem Vater.
00:05:05: Also die kannten sich auch sehr persönlich.
00:05:08: Von daher war es für mich nochmal eine große Herausforderung, dort die Lehre zu machen,
00:05:11: weil die beiden sich persönlich kannten und sich natürlich auch ausgetauscht haben.
00:05:13: Ich hoffe, du hast nur Gutes über dich erzählt.
00:05:16: Ich glaube nicht, dass sie nur Gutes über mich erzählt haben.
00:05:19: Ich glaube, ich durfte sogar einmal zum Report bei beiden antreten.
00:05:22: Am Ende des Tages war es für mich die richtige Entscheidung.
00:05:26: Mir hat es gut getan, raus aus der Schule, Klarberufsschule war weiterhin auch Thema.
00:05:31: Da habe ich dann auch irgendwann wieder angefangen, Spaß dran zu haben.
00:05:35: Aber im Großen und Ganzen war es die richtige Entscheidung, mich dann auch wirklich dem
00:05:38: Handwerklichen hinzugeben, weil ich da wirklich viel, viel Spaß dran hatte.
00:05:41: Nachdem die Ausbildung dann auch wirklich erfolgreich abgeschlossen war, hatte ich leider, leider
00:05:46: das Pech, dass mich meine ausbildende Firma nicht halten konnte.
00:05:50: Und so bin ich dann über, nein, immer die Klassenkameraden hier bei Rexrück gelandet,
00:05:56: bis heute noch hier ist.
00:05:57: Der feiert heute übrigens den 25.
00:05:58: Siehube-Lehung.
00:05:59: Hey, genau, der ist also auch noch seit Ewigkeiten hier und durch den wusste ich, dass ich hier
00:06:04: suchen und habe mich dann ein halbes Jahr nach meiner Lehre hier beworben und wurde glücklicherweise
00:06:09: auch direkt hier angenommen.
00:06:11: Ja, hier bei Rexrück durfte ich dann in der Werkstatt meinen Talent in der Berei im Bereich
00:06:16: der Figerei ausleben erkennen, wie man es auch immer nennen möchte.
00:06:21: Ich habe dann auch wirklich 5,5 Jahre hier in der Werkstatt gearbeitet, habe mich hochgearbeitet
00:06:26: bis zum Stellvertretenden, Abteilungsleiter, ich glaube Stellvertretender, Abteilungsleiter,
00:06:30: ja.
00:06:31: Und habe dann irgendwann für mich aber persönlich noch mal festgestellt, dass ich ein bisschen
00:06:35: mehr Erfahrung sammeln möchte und bin nochmal in eine andere Firma gewechselt.
00:06:39: In der Firma, in die ich dann gewechselt bin, hat man mir angeboten, den Maschinenbau
00:06:43: zu studen, den Techniker zu machen.
00:06:44: Habe ich dann auch dann angenommen, leider kam eine Sportverletzung dazwischen, sodass
00:06:49: ich die nicht mehr Teilzeit gemacht habe, sondern wirklich Vollzeit dann durchgezogen
00:06:52: habe.
00:06:53: Ich habe mich 2 Jahre auf die Schulbank gedrückt nochmal, in der Zeit ist auch gerade meine
00:06:56: erste Tochter oder meine große Tochter geboren.
00:06:58: Also war doppelt herausfordernd, die Tochter war zu Hause, schlaflose Nächte, Studium fängt
00:07:03: an, wieder lernen lernen.
00:07:04: Du bist quasi wie so ein Zombie durch die Gegend gelaufen.
00:07:07: Ja, irgendwie durch die Gegend gelaufen, versucht meine Frau noch irgendwie zu unterstützen,
00:07:10: war auch nicht so einfach.
00:07:11: Also ich glaube, wir hatten zu dem Zeitpunkt einige Herausforderungen.
00:07:15: Ich will nicht allzu viel heulen, es war eine schöne Zeit, hat Spaß gemacht, habe
00:07:19: viele nette Leute kennengelernt.
00:07:20: Und nach meinem Studium hatte ich das Glück, dass die Firma Rexwood gesagt hat, "Ah, Matthias,
00:07:26: du bist fertig, du hast was Cooles gemacht, wir würden dich gerne zurücknehmen."
00:07:29: Und da bin ich dann hier wieder zurück nach meinem Studium hergewechselt, in die Arbeitsvorbereitung,
00:07:34: erst als Sacharbeiter, dann als Projektingenieur, habe viele Neuteile eingeführt, viele neue
00:07:38: Kunden mit eingeführt, habe dann irgendwann meine Affinität nochmal zum Schweißen entdeckt,
00:07:43: habe mein Schweißfachingenieur gemacht, Klerod 2.17.
00:07:45: Und bin seitdem auch die verantwortliche Schweißhofsrichtiere in diesem Unternehmen.
00:07:49: Und das war auch eine Zeit, die auch sehr, sehr schön war.
00:07:51: Und nachdem ich mein Schweißfachingenieur fertig hatte, kam dann schon die Anfrage
00:07:57: von unseren damalsigen Geschäftsführer, ob ich nicht Bock habe, mit dem kaufenmännischen
00:08:00: Leitern, oder den ERP-System hier einzuführen.
00:08:02: ERP-System heißt Enterprise Risk Planning System, ist quasi ein System wie ein Warnwirtschaftssystem.
00:08:09: Man plant dort, man legt da drin seine Artikelstandart, also wie heißt der Artikel, wie teuer ist
00:08:14: die Statik, welche Abmaße, mit welchen Fertigungstechnologien müssen die hergestellt werden.
00:08:17: Das wird alles in dem System abgebildet, auch die Preise und so weiter.
00:08:23: Nur, dass man mal gehört hat, was ein ERP-System ist.
00:08:27: Ich glaube, da könntest du noch viel mehr dazu überwarten.
00:08:29: Das ist vielleicht sogar mal eine eigene Podcastfolge wert.
00:08:32: Vor allem die Herausforderung bei einem Systemwechseljahr, oder über das heißt, wenn man eine eigene
00:08:37: Podcastfolge machen kann, kannst du dir mal aufschreiben, wenn es vielleicht interessant ist.
00:08:40: Genau, nachdem wir das System abgelöst haben und das neue dann eingeführt haben, war
00:08:45: es wirklich eine sehr herausfordernde Situation für uns wahr.
00:08:49: Aber wie gesagt, an anderer Stelle noch mal mehr.
00:08:51: Hat das Glück, auch dank NEDA dann ins Management-Team berufen zu werden.
00:08:57: Ich habe dann also wirklich mit NEDA und noch ein paar anderen Leuten hier im Management-Team
00:09:02: unseren damals den Geschäftsführer unterstützt.
00:09:04: Ich wurde dann auch relativ zügig Produktionsleiter, habe dann also auch die Produktion geleitet,
00:09:11: bevor wir dann, NEDA hat es gerade gesagt, 2021 wurden wir dann gemeinsam gefragt, ob wir
00:09:16: die Geschäftsführung immer nehmen wollen.
00:09:17: NEDA hat es ja schon gerade angeteasert.
00:09:18: Wir hatten dort eine schwierige Zeit darüber, werden wir gleich noch mehr erzählen.
00:09:22: Ich würde jetzt noch gar nicht zu weit darauf eingehen, weil wir eigentlich jetzt noch vorhatten,
00:09:27: unser Unternehmen noch ganz kurz vorzustellen.
00:09:29: Ich würde hier eigentlich gerne mal an NEDA abgeben, dass die ganz kurz erzählt, was
00:09:33: machen wir eigentlich?
00:09:34: Genau, Matthias.
00:09:35: Aber bevor ich das tue, finde ich ein Learning, weil unsere Folge heißt hier heute plötzlich
00:09:43: Chef, finde ich ein Learning aus unserer Biografie ganz spannend, was vielleicht unsere Hörerinnen
00:09:49: mitnehmen können.
00:09:50: Und zwar ist es der Werdegang oder die Biografie, die jemand mitbriegt, die kann so unterschiedlich
00:09:57: sein.
00:09:58: Und man ist ja schnell auch im Schubladen packen und nur wenn du irgendwie studierst,
00:10:03: bist du irgendwie etwas.
00:10:05: Und das ist einfach so viele unterschiedliche Wege geben kann, um letztlich auch in eine
00:10:10: Geschäftsführerfunktion zu kommen.
00:10:12: Und das ist so ein Learning für mich auch oder was ich auch gerne mitgeben möchte, dass
00:10:17: man sich von seinen Träumen und von seinen Wünschen nicht abbringen lassen soll, wenn
00:10:22: man gerade in diese, wenn man wirklich das Ziel hat, irgendwann mal dahin zu kommen.
00:10:26: Ja, also Nettersatz gerade, der Lebenslauf muss nicht gradlinig sein, der kann auch ein
00:10:30: bisschen eckig sein.
00:10:31: Man kann auch Ziele auf dem zweiten Bildungsweg verwirklichen.
00:10:35: Man kann auch Ziele einfach mit Engagement und mit Herzblut verwirklichen.
00:10:39: Die Glorodette ist, was du gerade transportieren wolltest.
00:10:41: Und man sieht es an den unterschiedlichen Werdegängen, die Netter und ich haben.
00:10:44: Alles ist möglich.
00:10:45: Klar spielt an der einen und anderen Stelle auch der Zufall und auch der glückende Rolle.
00:10:48: Aber wenn man wirklich kontinuierlich an sich und an der Thematik arbeitet, sind wir Netter
00:10:53: und der Überzeugung, dass jeder alle erreichen kann, was er sich wünscht.
00:10:57: Ach, das wäre eigentlich schon so ein schöner Abschluss, weil da so viel Ware drin steckt.
00:11:03: Und ja, das ist vielleicht das erste Learning, was wir euch in diesem Podcast heute gerne
00:11:07: mitgeben möchten.
00:11:08: Aber ja, Matthias, ich stelle gerne unser Unternehmen vor.
00:11:10: Wir sind die Firma Alfred Rexroth in Berlin.
00:11:14: Wir sind ein Blechverarbeiten des Unternehmens und es gibt es schon seit 1938.
00:11:20: Also wirklich eine sehr, sehr lange Zeit.
00:11:23: Wir machen klassische Blechbearbeitung im Bereich Biegenstanzen, Lasern, Schweißen, also alles,
00:11:29: was das Herz beirrt im schönen Berlin.
00:11:32: Das war jetzt Kölsch, aber ich weiß nicht, warum ich da jetzt so reingerutscht bin.
00:11:36: Auf jeden Fall sind wir in unterschiedlichsten Branchen unterwegs.
00:11:40: Medizinbranche, Energiebranche, Mobilität ist auch mit ein Teil davon.
00:11:46: Und ja, und beliefern seit so vielen Jahren unsere Liebengroßkunden.
00:11:51: Was uns sehr viel Freude bereitet.
00:11:55: Wir sind 110 Mitarbeiter.
00:11:57: Ne, Entschuldigung, seit letzter Woche sind wir 114 Mitarbeiter.
00:12:00: Weil wir nämlich vier neue Auszubildende gewinnen konnten.
00:12:05: Zwei Konstruktionsmechaniker, ein Industriemechaniker und ein Industriekaufmann.
00:12:09: Sorry, ich muss das einmal kurz sagen.
00:12:11: Also insgesamt sind wir aktuell 10 Auszubildende von 114 Mitarbeitern.
00:12:16: Und das ist ein ganz großer Gewinn und ganz großes Glück.
00:12:19: Ja, ich glaube, dass wir eine der wenigen Firmen sind, die sich wirklich über die letzten Jahre,
00:12:26: Jahrzehnte wirklich keine Gedanken machen mussten, über Auszubildende.
00:12:29: Wir haben jedes Jahr wirklich eine größere Auswahl gehabt.
00:12:32: Ich glaube, wir hatten ein, zwei dünnere Jahre, wo wir nur zwei oder drei Bewerbungen hatten.
00:12:36: Da haben wir die Lehrlinge aber auch dann wirklich alle genommen.
00:12:38: Die waren dann auch gut.
00:12:39: Die haben wir dann auch wirklich hier gut ausgebildet und gut durchgebracht.
00:12:41: Aber gerade sie letzten drei Jahre, auch so nach Corona, nachdem er es wieder angefangen hat,
00:12:46: müssen wir uns eigentlich nicht beschweren oder dürfen uns nicht beschweren,
00:12:50: weil wir immer ausreichende Bewerbungen haben und auch wirklich auswählen können,
00:12:53: wenn wir bei uns aufnehmen.
00:12:54: Und wir sind ganz glücklich, unser Auszubildenden haben letzte Woche,
00:12:58: haben wir seine Ausbildungsfahrt gehabt, um sich alle kennenzulernen.
00:13:02: Die sind für A2024.
00:13:04: Also die bestehenden Auszubildenden mit abgeschlossenen Ausbildungen und die neuen Auszubildenden
00:13:10: sind gemeinsam zwei Tage oder drei Tage in den Harz gefahren,
00:13:14: um mit zwei Ausbildern eine schöne Zeit zu verbringen, um sich näher kennenzulernen
00:13:20: und einen schönen Einstieg zu finden.
00:13:23: Das hat nicht immer gleich am ersten Tag so brutal ran an die Werkbank und Pfeilen,
00:13:28: sondern einfach mal ein softer Einstieg.
00:13:30: Und da waren sie letzte Woche.
00:13:31: Genau.
00:13:32: Wie gesagt, Matthias, ich schreibe alles auf meiner Liste auf,
00:13:35: wie wir auch Auszubildende gewinnen, was wir im Bereich Recruiting machen.
00:13:39: Also es ist ganz schön, so ein bisschen zu erzählen,
00:13:41: weil deutlich werden unsere Themen für die nächsten Podcast-Folgen immer mehr.
00:13:45: Aber genau, zurück zum Thema heute.
00:13:48: Plötzlich Chef.
00:13:50: Ich hatte es vorhin schon angeteasert gehabt.
00:13:54: Sanierung.
00:13:55: Wir hatten eine Sanierung bei uns im Hause.
00:13:58: Die hat angefangen 2019, oder?
00:14:01: Ja, zweit das war gerade zu Corona-Zeiten.
00:14:03: Noch vor Corona-Zeiten.
00:14:05: Nee, Ende 2019.
00:14:07: Ich bin gerade aus Kenia zurückgekommen und dann ging es gerade los.
00:14:09: Also kurz bevor Corona losging, fingen bei uns die Sanierung an.
00:14:11: Genau.
00:14:12: 2019 war ein extrem schwieriges Jahr für Rex Rot.
00:14:19: Es hat sich eigentlich die Jahre davor schon so ein bisschen gezeichnet,
00:14:23: dass es in die Richtung läuft.
00:14:25: Und dementsprechend wurde dann der Entschluss gefasst,
00:14:29: dass 2019 Ende 2019 eine Sanierung hier stattfinden muss.
00:14:34: Damals sollte oder hat diese Sanierung,
00:14:36: wurde ein Interim-Geschäftsführer hier bei uns eingesetzt.
00:14:41: 2020. Ich krieg gerade ein Zeichen.
00:14:44: 2019 hat die Sanierung begonnen und 2020 fing an
00:14:47: der Interim-Geschäftsführer an im März.
00:14:49: Bist du sicher?
00:14:50: Ja, bin ich schon.
00:14:51: Wir wollen das jetzt hier nicht ausdiskutieren, aber okay.
00:14:53: 2020 hat der Interim-Geschäftsführer bei uns angefangen.
00:14:57: Der konnte die Sanierung hier nicht alleine durchführen
00:15:00: und hat sich dementsprechend, hat hier viele Gespräche im Betrieb geführt.
00:15:05: Und Matthias und ich haben unter anderem die Sanierung, wie lange ging die denn?
00:15:10: Das war schon ein paar Monate mitbegleitet.
00:15:12: Ja, fast ein Jahr.
00:15:13: Also fast ein Jahr hier mitbegleitet.
00:15:16: Und ich kann euch sagen, die hatte es in sich.
00:15:19: Wir haben uns in der Zeit von 32 Mitarbeitern trennen müssen.
00:15:24: Das ist alles über ein freiwilligen Programm gelaufen.
00:15:27: Gleichzeitig ist der Betrieb in eine Schieflage geraten,
00:15:31: wo wir gucken mussten, unsere Kunden wieder zurückzugewinnen.
00:15:36: Und das war eine wirkliche Mammutaufgabe.
00:15:39: Da haben wir viel Geld investiert in die Sanierung,
00:15:42: weil wir natürlich auch ein Programm schnüren wollten,
00:15:46: welches auch unseren Mitarbeitern gerecht wird.
00:15:48: Dementsprechend war es uns auch ein Anliegen, da ein gutes Programm zu schnüren.
00:15:53: Und man muss da zusammen mit den Mitarbeitern
00:15:56: sagen, wir haben keinen einzigen Mitarbeiter entlassen müssen, sondern wir haben über
00:16:01: ein freiwilligen Programm in Form mit einer Transfergesellschaft. Es ist uns gelungen,
00:16:07: dass wir wirklich mit einem gut geschnürten Paket in die Mitarbeiter an der Stelle freisetzen konnten.
00:16:13: Und es waren auch 20 von den 32 Mitarbeitern, waren auch über 60 gewesen, weil wir natürlich auch
00:16:20: geguckt haben. Da sind viele Mitarbeiter dabei gewesen, die kurz vor der Rente waren und dementsprechend
00:16:25: das Paket so gut zugestalten, dass sie wirklich keinerlei Abzüge haben. Das war trotzdem ein sehr,
00:16:32: sehr großer Aufwand, eine wirklich wahnsinnige Transformationszeit, die wir begleiten durften
00:16:38: und von der wir auch viel lernen durften. Ganz besonders durften wir in der Zeit viel von unserem
00:16:43: Interim-Geschäftsführer lernen, der dann auch die Nachfolge bestimmt hat. Aber Matthias magst du
00:16:50: vielleicht mal kurz erzählen, wie du die Zusammenarbeit mit unserem Interim-Geschäftsführer
00:16:55: in der Zeit erlebt hast? Ja, unser Interim-Geschäftsführer war ein Mensch, der anders geführt hat. Und zwar
00:17:04: hat er uns Freiröme gelassen, er hat uns machen lassen. Er hat sich die Sachen angeguckt, die wir
00:17:09: gemacht haben, ist wirklich nur ganz, ganz selten eingeschritten, sondern hat er die Devise gefahren,
00:17:15: hinterher mit uns Feedbackgespräche zu führen. Wir haben es wirklich darauf aufmerksam gemacht,
00:17:19: welche Sachen haben wir richtig gut gemacht, wo waren Sachen, die waren doch nicht ganz so
00:17:23: optimal, wo waren es auch Sachen, wo er sagte, eigentlich sind die so, naa, no go, darüber
00:17:28: müssen wir noch mal reden. Und hat dann auch erklärt, wie er es anders machen möchte, würde.
00:17:31: Er ist aber wirklich nur in äußerst brenzlichen Lagen immer reingegangen und ist reingegreht,
00:17:37: hat erzählt oder ist eingegriffen, ansonsten hat er uns einfach machen lassen. Und wir konnten
00:17:43: dadurch einfach wahnsinnig viel Erfahrung sammeln und sind dadurch auch gereift, weil man
00:17:47: gemerkt hat, da ist jemand, der vertraut einem, der lässt dich machen und der sagt hinterher,
00:17:52: ey, richtig gut gemacht, vielleicht an der einen oder anderen Stelle da noch ein bisschen was machen.
00:17:56: Und das macht was mit dir. Das macht ganz doll was mit dir, wenn da jemand ist, der dir so sehr
00:18:02: vertraut und dir so einen großen Spielraum lässt. Ich weiß nicht, wie es dir ging,
00:18:05: aber das hat mich oder mein Selbstbewusstsein enorm gesteigert.
00:18:10: Ja, das ist auf jeden Fall, ich habe unheimlich viel von ihm im Bereich Führung gelernt,
00:18:16: vor allem was Transparenz betrifft. Also ich hatte davor eher, sage ich mal, Führungskräfte,
00:18:24: die sehr so im Geheimen gefühlt gearbeitet haben, wo du immer gedacht hast, hey, da ist viel
00:18:29: irgendwie eine große Sache. Und bei ihm habe ich einfach ganz klar gelernt, lasst die Hose
00:18:34: runter, sei du selbst, sprich es ganz offen an. Und das hat mir eine ein oder andere Situation extrem
00:18:41: imponiert. Ich erinnere mich an eine Situation, da saßen wir mit dem Betriebsrat zusammen und da hat
00:18:46: er ganz offen erzählt, was er verdient. Und das fand ich so beeindruckend, weil ich noch nie eine
00:18:51: Führungskraft erlebt habe, die sowas ganz offen mit einer Art und Weise übermittelt und auch mit
00:18:59: den Menschen spricht. Also ich habe extrem viel von ihm gelernt, extrem viel in der Zeit von ihm
00:19:05: gelernt und das was du auch gesagt hast, er hat uns Räume gelassen, wo wir gestalten durften,
00:19:11: und hat uns extrem wertgeschätzt in dem, was wir getan haben. Und ja, da kommen wir auch zum
00:19:19: zweiten Learning Vorbilder in der Führungsrolle. Also gerade wenn man selber in eine Führungsposition
00:19:24: reingeht, sind unheimlich wichtig. Und auch das Thema Vorbilder und Thema Führung wird in
00:19:30: unseren nächsten Podcast auf jeden Fall auch nochmal ein Thema sein. Kommen wir nun zu dem Punkt
00:19:36: "Plötzlich Chef". Also es kam genau der Punkt der Interim Geschäftsführer. Wir haben die Sanierung
00:19:42: durchgeführt mit dem Interim Geschäftsführer und dann ging es ganz klar darum, wer wird die
00:19:47: Nachfolge? Und er hat sich damals mit unserem damaligen Geschäftsführer, Gesellschafta,
00:19:52: Entschuldigung, zusammengetan und die haben überlegt, wer könnte die Nachfolge des Unternehmens
00:19:57: übernehmen? Wird es eine interne Nachfolge oder wird es eine externe Nachfolge? Und du kennst
00:20:03: die Meinung unseres Interim Geschäftsführers dazu, Matthias? Magst du die mal kurz? Die Nachfolge
00:20:09: sollte immer aus dem Inneren kommen, denn wenn man jemand von außen sucht, braucht man in der
00:20:14: Regel zweieinhalb Schüsse, kostet Zeit, kostet Nerven, kostet Geld. Und deswegen ist es aus seiner
00:20:18: Sicht der einzig richtige Weg oder einzig vernünftige Wege richtig, ist richtig falsch, ist immer falsch,
00:20:24: der einzig vernünftige Weg, die Nachfolge aus dem Inneren heraus zu gestalten, weil ja auch ganz
00:20:28: klar sagt, die Leute, die aus dem Inneren kommen, die kennen das Unternehmen, die wissen um die
00:20:33: Stärken, um die Schwächen, die Kenden, die Produktionen, die Teile, die Kunden, die Lieferanten,
00:20:37: die wissen es halt einfach rund. Es gibt immer, in jedem Unternehmen gibt es Menschen, die hoch
00:20:42: motiviert sind und die sich auch zutrauen, das Unternehmen zu führen und die auch in der Lage
00:20:47: sind zu wachsen, um dieses Unternehmen zu führen. Ja und ich weiß noch Matthias, wie wir als es dann so
00:20:53: zum Ende hing, und wir wussten die Nachfolge steht an, und haben wir beide so telefoniert miteinander,
00:20:57: sagt so, na was glaubst du, wird es intern sein, werden die jemanden von extern holen? Nee, ich
00:21:03: glaube intern. Ja und wer wird es dann dann, kannst du dir vorstellen? Wir beide, nur hat es
00:21:07: gesagt, ich glaube wir beide werden sich so quatsch, die werden doch nicht zwei hier zum
00:21:11: Geschäftsführer machen, das gab es ja hier noch nie bei Rex Rot und so weiter und so fort,
00:21:15: also ich weiß noch, wie wir uns extrem viel darüber ausgetauscht hatten und dann kam quasi
00:21:20: der Tag X und, was hast du gerade noch was dazu zu sagen? Ja, also das Gefühl von dieser Doppelspitze
00:21:26: war schon immer da, weil wir auch das beide selber gesagt haben, wir sind verdammt jung,
00:21:30: wir haben wenig Management-Erfahrung und für uns wäre natürlich auch unterstützend,
00:21:35: die man an unserer Seite zu haben, mit dem man es gemeinsam machen kann. Ich glaube,
00:21:38: wir waren beide auch der Meinung, wir würden es auch alleine schaffen, aber am Ende des Tages war
00:21:41: so ein Gefühl da, auch von den Gesprächen, die geführt worden sind, dass es zwei wird und da war
00:21:46: eigentlich davon auszugehen, dass wir beide es werden, dass wir beide in die nähere Auswahl gekommen
00:21:50: sind und es hat sich ja dann auch bewahrheitet. Du gehst ja immer sehr sachlich und sehr nicht
00:21:59: dann ran und für dich war das einfach die logische Schlussfolgerung, dass es genau so kommt, also
00:22:03: das ist auch etwas, was ihr in unserer Zusammenarbeit merken werdet. Matthias kommt am meisten in den
00:22:09: logischen Schlussfolgerungen, was in unserer Zusammenarbeit auch sehr gut tut und ja,
00:22:13: dann kam tatsächlich die Frage. Ich weiß, dass ich die erste war, die ins Büro musste und unser
00:22:20: Interim Geschäftsführer mir die Frage gestellt hat, ob ich mir vorstellen könnte, die Geschäftsführung
00:22:25: zu übernehmen. Danach bist du rein und man hat uns eben beide die Frage gestellt, ob wir uns das
00:22:33: zusammen zutrauen würden. Genau, ob wir es uns grundsätzlich zutrauen und ob wir es uns auch
00:22:36: gemeinsam zutrauen, ob wir eine Lage sind uns nicht die Köpfe einzuschlagen, sondern gemeinsam den Weg
00:22:42: zu beschreiten, weil man muss dazusagen, ich greife jetzt mal ganz kurz voraus, wir sind
00:22:48: beide Geschäftsführer, wir sind nicht einzelfertretungsberechtigt, wir haben kein Geschäfts-
00:22:53: zeilungsplan, das heißt wir sind für alles gemeinschaftlich verantwortlich, wir müssen
00:22:59: solange miteinander ringen, diskutieren bis wir eine gemeinsame Lösung gefunden haben, weil erst
00:23:06: wenn wir beide unsere Unterschrift unter Papiere darunter setzen, ist die rechtskräftig. Wenn es
00:23:10: nur einer macht, ist die nicht rechtskräftig und das Unternehmen kann nicht weiter existieren.
00:23:14: Genau, das ist eine der größten Herausforderungen, darüber werden wir dann auch noch mal in einem
00:23:20: gesonderten Podcast drüber reden, was es heißt Tandem zu führen. Genau, es wird noch mal eine
00:23:23: extra Podcastfolge zum Thema Tandemführung gehen, aber ja, jetzt noch mal zum Gefühl,
00:23:28: noch mal zurück, wie war es für dich, als du die Frage gestellt bekommen hast? Im ersten
00:23:34: Augenblick unwirklich. Also man kann das Gefühl gar nicht beschreiben, eigentlich fühlt man gar
00:23:39: nichts, man hat zwar damit gerechnet und man hat auch gehofft und gebangt, aber wenn der
00:23:44: interims Geschäftsführer und der Gesellschaft davor, die sitzt und sagt, hey, Matthias, hast
00:23:49: du Bock, hast du Lust, mit mir da zu sein? Dann fühlt sich das irrationale an. Du fragst dich,
00:23:55: bist du richtig, bist du nicht richtig? Und nachdem du das realisiert hast, ein paar Sekunden später,
00:23:59: dann sitzt euphorisiert hin. Da kommt so diese rosa rote Welle, so, yes, geil, ja, wir wurden gefragt
00:24:06: und sie trauen uns zu und dann ist man erst mal völlig euphorisiert. Ja, ich glaube, wir sind
00:24:12: zwei Tage wie Honigkuchenpferde, strahlend wie Honigkuchenpferde hier durch die Fertigung gelaufen.
00:24:17: Also im ersten Augenblick hat sich wirklich angefühlt wie rosa rote Wolke. Und dann kam natürlich
00:24:21: auch, kam schlaflose Nächte, kam viele Fragen kommen auf, mit denen die geht es ähnlich, sich zu
00:24:27: überlegen, will man es wirklich, schafft man es, welche Rechten, welche Pflichten bringt das
00:24:31: Ganze mit sich, welche Konsequenzen hat das für einen persönlich, welche Konsequenzen hat das
00:24:35: auf eine Familie, auf meine Familie? Ich glaube, hab von gar nicht erwähnt, hab zwei Kinder und
00:24:40: eine Frau zu Hause, mit denen musste ich natürlich auch Rücksprache halten, den erklären, was der
00:24:44: Posten mit sich bringen würde, weniger Zeit zu Hause, mehr Reisen, mehr Verantwortung, ja, genau,
00:24:53: also durchaus weniger Zeit mit der Familie verbringen zu können, gerade in der Anfangszeit,
00:24:57: in der Zeit, wo wir nach der Sanierung wieder anfangen mussten, das Unternehmen in eine Richtung
00:25:00: zu transformieren, zu entwickeln, damit wir wieder in eine richtige Fahrtwasser kommen. Und da waren
00:25:06: schon teilweise wirklich Ängste, was tust du deinen Kindern an oder auch bei mir persönlich, bist
00:25:13: du reif genug dafür, bist du mans genug dafür, willst du dich wirklich dem stellen, kannst du
00:25:17: dich dem stellen und doch einigen schlaflosen Nächten nach vielen Gesprächen mit meiner Familie,
00:25:22: aber auch mit Neda, auch wir haben uns in der Zeit sehr, sehr viel ausgetauscht, was denkt man darüber,
00:25:25: Traum und Zuzu, wollen wir das wirklich machen? Irgendwann hatte sich dann manifestiert, irgendwann
00:25:30: müssen wir uns wirklich in eine Ruhe bekommen, in eine Beständigkeit zu kommen, zu sagen, ja,
00:25:35: wir machen Sätze, wir trauen uns uns zu, wir kennen die Stärken, wir kennen die Schwächen des
00:25:39: Unternehmens, wir kennen unsere Stärken, wir kennen unsere Schwächen, wir wissen, wo wir arbeiten
00:25:42: und Blau, irgendein Niveau, wie wir gesagt haben, wir beide, wir harmonieren, wir kriegen das auf jeden
00:25:48: Fall hin. Spoiler Alarm war nicht ganz so, dazu werden wir vielleicht auch an einer another
00:25:54: Schnitt noch, dazu werden wir in einer anderen Podcast-Krise noch was erzählen in der Tandemführung,
00:25:58: also ganz so einfach, wie man es sich vorgestellt hat, die Tandemführung zu ernehm, war es nicht.
00:26:03: Ja, also wir sind sehr unterschiedlich auch teilweise in dem natürlich, was wir fühlen und was
00:26:10: wir denken, vielleicht erzähle ich einfach mal kurz, wie es für mich angefühlt hat. Also da
00:26:16: sind wir uns, da stimmen wir überein, für mich hat es sich genauso angefühlt, wie es ist total
00:26:19: unwirklich, ich war zu dem Zeitpunkt 32 Jahre alt und hab, hab, war total geflasht und baff
00:26:26: davon, diese Frage gestellt zu bekommen und Fragen, die bei mir in dem Kopf waren, jetzt kann man sagen,
00:26:34: das ist wahrscheinlich typisch Frau, die sich diese Fragen stellt, werden die, wenn die Mitarbeiter
00:26:39: mich akzeptieren, bringe ich die richtigen Voraussetzungen mit, ich habe keine technische,
00:26:45: technische Expertise, ist das nicht gerade in einem Metallverarbeiten im Unternehmen so unheimlich
00:26:50: wichtig, das alles mitzubringen und ja, und die wichtige Frage ist auch, will ich ein Unternehmen in
00:26:57: der Geschäftsführung übernehmen, was aus einer Sanierung kommt? Also diese Verantwortung, die
00:27:03: man dafür trägt, die Verantwortung für die über, na, damals waren wir dann noch knapp 100
00:27:08: Mitarbeitern, will ich diese Verantwortung übernehmen? Weil da geht es dann nicht nur darum,
00:27:13: dass du nur für einen kleinen Bereich zuständig bist, dann bist du auf einmal für ein ganzes
00:27:16: Unternehmen zuständig. Und ich habe auch meinen Interneumgeschäftsführer damals gefragt, warum
00:27:23: ich? Und ich weiß gar nicht, ob ich dir das erzählt habe. Die Geschichte kommt mir noch nicht
00:27:29: bei keinem von. Ich habe ihn tatsächlich gefragt, warum ich? Und da möchte ich mit einem Klischee
00:27:35: ganz kurz, ja, da werde ich mir wahrscheinlich nicht beliebt machen, aber es wird ja gerne mal über
00:27:40: alte weiße Männer geschimpft. Und er guckte mich an und ihm war total egal, ob ich eine Frau bin,
00:27:47: wie alt ich bin oder was mein Hintergrund ist, sondern er hat einfach ganz klar zu mir gesagt,
00:27:55: "Neda, ich sehe, wie du hier für die Sache brennst, ich sehe, wie du hier arbeitest, ich sehe mit was
00:28:02: für einer Leidenschaft du hier dabei bist und mit wieviel Köpfchen hier du agierst. Und daher
00:28:08: weiß ich, du bist die Richtige." Und das fand ich total schön, weil er wirklich nur darauf geguckt
00:28:19: hat, wie ich in Form als Führungsperson ihm rüber komme und das ist ein Mann, der sehr viele
00:28:25: Jahre Berufserfahrung mitbringt. Und dementsprechend, ja, van hat mich das sehr gerührt und mir war
00:28:32: auch ganz klar bewusst und das gilt für uns beide, das weiß ich, wir leben und wir lieben dieses
00:28:37: Unternehmen und wir wollten eine Stütze für diesen Betrieb für die Mitarbeiter da sein,
00:28:43: um es wieder zu unterstützen erfolgreich zu werden und wir wollten das Unternehmen mit unseren
00:28:48: Mitarbeitern gemeinsam erfolgreich machen und es ist uns tatsächlich gelungen, es ist uns
00:28:53: tatsächlich gelungen mit der Mannschaft hier von einem Sanierungsunternehmen einem Jahr.
00:29:00: Mit dem Behörden, ne, siebenstelligen Verlustergebnis.
00:29:04: Herr Zema, wie haben wir uns denn entwickelt in den letzten drei Jahren?
00:29:06: Naja, also wir sind wirklich aus dem Sanierungsjahr mit einem hohen siebenstelligen Verlust
00:29:11: rausgekommen, haben am nächsten Jahr gleich die schwarze Null gerissen, danach das Jahr doch im
00:29:19: mittleren sechsstelligen Bereich und das letzte Jahr auch im mittleren sechsstelligen Bereich
00:29:22: wieder Plus-Angebnister gefahren, inklusive Gehaltserhöhung, inklusive Bonuszahlung,
00:29:27: inklusive mehrere Investitionen in größere Maschinen. Also wir haben es wirklich geschafft,
00:29:31: einen Turn-Around zu schaffen innerhalb von kürzester Zeit, von ganz, ganz viel Minus auf
00:29:36: einem vernünftige Plus zu kommen. Wir arbeiten kontinuierlich daran, dass auch unser Ergebnis
00:29:40: wieder weit in den siebstelligen Bereich wandern wird, dass wir halt einfach weiter investieren
00:29:44: können. Investitionen heißt bei uns ganz klar, in kredischen wir ja zu viel, viel zu viel.
00:29:49: Aber was ist der Zählname?
00:29:51: Nicht nur um Maschinen, sondern auch um die Mitarbeiter. Wir investieren viel Geld in
00:29:55: den Mitarbeiter. Aber ich glaube, das sollte wir später in der Zeit noch mal machen. Wir
00:29:58: schweifen schon wieder ab. Wir waren ja beim Thema plötzlich Geschäftsführer.
00:30:01: Genau. Auf jeden Fall. Wir beide, wir haben dieses Unternehmen geliebt und lieben es immer
00:30:06: noch. Das ist nicht hier.
00:30:08: Genau. Und was ganz wichtig ist und das ist ein Learning, glaube ich, was wir für alle
00:30:12: mitgeben möchten, werdet nicht eine Führungsrolle oder geht nicht in eine Geschäftsführung
00:30:18: rein, nur weil es sich irgendwie geil anhört. Weil, weißt du, was ich meine?
00:30:23: Ja, also wenn du den Titel haben willst, ja Kofde in. Du kannst von London oder von
00:30:27: irgendwas kaufen. Aber wenn du wirklich Geschäftsführer werden willst, dann weil du Geschäftsführer
00:30:32: werden willst. Oder auch eine Führungskraft generell.
00:30:34: Oder auch eine Führungskraft, weil du halt was bewegen möchtest, mit dem Team arbeiten
00:30:37: möchtest und zwar nicht nur für dich persönlich, sondern halt wirklich zum Wohle deines Teams
00:30:41: und des Unternehmens.
00:30:42: Ja, ganz genau. Also es geht, also der Status sollte da für dich wirklich, also das sollte
00:30:47: überhaupt nicht wichtig sein, sondern es geht um die Sache. Auch das, was unser Interim
00:30:51: des Geschäftsführer immer gesagt hat, es geht um die Sache und für uns war ganz klar
00:30:55: wichtig, wir möchten das Unternehmen wieder erfolgreich machen. Und welchen Herausforderungen
00:31:00: wir dort begegnet sind. Wie gesagt, das ist unsere allererste Folge. Es wird weitere Podcast-Folgen
00:31:06: geben. Ich hoffe, wir konnten euch ein bisschen begeistern. Ihr habt schon gehört, wir haben
00:31:10: einfach super viel zu erzählen. Und genau, seid gespannt, freut euch auf die nächsten
00:31:15: Folgen. Und ich würde sagen, vielen Dank fürs Zuhören, oder?
00:31:18: Ja, dem kann ich mich nur anschließen. Also vielen, vielen Dank.
00:31:21: Ich würde die nächsten Podcast-Folgen werden folgen.
00:31:25: Zungenbrecher.
00:31:26: Das nächste Thema steht schon fest. Wir werden das nächste Mal über das Thema Tandemführung
00:31:31: sprechen. Weil das für uns ein sehr, sehr wichtiges Thema ist Tandemführung. Und ja,
00:31:36: weil ich schon mir zu viel rede, gucke mich meine Kollegin schon wieder etwas böse an.
00:31:40: Ich sage jetzt einfach auf Wiedersehen und freue mich aufs nächste Mal.
00:31:43: Bye-bye.
00:31:44: Ciao.
00:31:44: [Musik]
00:31:45: [Musik]
Toni Sailer
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