Folge 10: Fehlerkultur – warum Scheitern der Schlüssel zum Erfolg ist
Shownotes
Fehler machen Meister – aber nur, wenn man sie zulässt. Wir sprechen über Fehlerkultur, Perfektionismus als Bremse und die ehrliche Frage: Sind wir eigentlich kritikfähig?
Darüber sprechen wir in dieser Folge
- Warum Fehler uns voranbringen
- Wie Perfektionismus blockiert
- Erfahrungen aus einem Audit mit einem Großkunden
- Wie wir Feedback annehmen
Das nimmst du mit
- Fehler sind Lernchancen
- Perfektionismus ist eine Bremse
- Kritikfähigkeit beginnt bei einem selbst
Erwähnt in dieser Folge
- Audit mit einem Großkunden Kapitelmarken
Mehr von den Blechvirtuosen
„Die Blechvirtuosen“ ist der Podcast für gelebte Tandem-Geschäftsführung im produzierenden Mittelstand. Neda Seyedi und Matthias Wiese führen gemeinsam die Alfred Rexroth GmbH & Co. KG in Berlin und sprechen nahbar und ehrlich über den Alltag zwischen Produktion, Zahlen und Menschen.
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Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Podcast-Folge der Blechvirtuosen. Mein Name
00:00:05: ist Neda und mein Name ist Matthias. Ja ihr Lieben, herzlich willkommen zu unserer
00:00:09: zehnten Podcast-Folge. Wir freuen uns euch wieder als Zuhörerinnen hier begrüßen zu dürfen und
00:00:17: wir haben auch heute wieder ein paar spannende Themen mitgebracht. Wir haben gesagt, wir erzählen
00:00:21: so ein bisschen von unserem Alltag, was wir jetzt so wöchentlich erleben und wir hatten mal wieder
00:00:26: eine sehr, sehr spannende Woche mit vielen Erkenntnissen und ich hatte das letzte Mal beim
00:00:32: letzten Podcast angekündigt. Wir möchten heute über das Thema Fehlerkultur sprechen und wie der
00:00:36: Zufall so will, hatten wir Termine in dieser Woche, die uns dabei unterstützen, um über
00:00:43: dieses Thema zu sprechen. Genau, wir hatten diese Woche sehr spannende Treffen gehabt. Wir hatten
00:00:54: unter anderem einen Großkunden bei uns im Hause, der bei uns ein Audit durchgeführt hat. Wir haben
00:01:01: selber ein Lieferanten Audit durchgeführt und dabei sind uns viele Erkenntnisse gekommen.
00:01:06: Und Matthias, da du da immer sehr gut bist, das zu erläutern und zu erklären, wie die Termine so
00:01:12: abgelaufen sind, würde ich dich vielleicht bitten für unsere Zuhörerinnen einmal zu erzählen,
00:01:16: wie denn unsere Termine so abgelaufen sind. Vielleicht fangen wir mit dem ersten an.
00:01:21: Werd gutfertig, danke. Bitte? Werd gutfertig, danke. Super. Ja, wir hatten, Neda hat es gerade
00:01:27: gesagt, wir hatten einen unserer Großkunden da und er hat bei uns ein Qualitätsaudit durchgeführt.
00:01:33: Qualitätsaudit von unserem Großkunden kann man sich in etwa vorstellen, wer es kennt,
00:01:37: ist ähnlich aufgebaut wie das Audit von 2001. Da wird man von externem Bereich Qualität
00:01:44: auditiert und das hat der Großkunde bei uns gemacht. Er wollte halt explizit sehen, wie gehen
00:01:49: wir mit seinen Anfragen um, wie gehen wir mit seinen Dokumenten um, wie setzen wir seine
00:01:53: Forderungen bei uns um. Sind die Forderungen, die er an und stellt, auch in der Fertigung
00:01:57: implementiert, wie sehen die Prozesse aus, wie sehen die Prozessbeschreibung aus? Und genau
00:02:02: darüber haben wir gesprochen und genau dort hat er gezielt gefragt gestellt. Also wir beide
00:02:08: waren dabei zum Auftakt und zum Endgespräch, ansonsten ist unser Qualitätsmanagement beauftragt,
00:02:13: hat dabei gewesen und mit dem sind sie dann auch durch die Fertigung gelaufen und haben dann dort
00:02:17: entsprechend die Fragen gestellt, am Vorfeld haben sie sich die Dokumente zeigen lassen.
00:02:21: Mir wird immer gesagt, ich bin zu detailverliebt und gehe zu sehr ins Detail, versuchst jetzt mal
00:02:27: ein bisschen gröber zusammenzufassen. Und genau, das war es im Grumung an allem, was wir gemacht
00:02:34: haben. Ja, also das ist einmal kurz gut zusammengefasst. Vielen Dank dafür. Ich weiß nicht, was dir
00:02:41: prägnant in den Kopf geblieben ist, aber gerade bei der Auditierung, wir waren ja am Anfang mit dabei,
00:02:45: bei dem Einführungsgespräch, wo sie sage ich mal erklärt haben, okay, warum geht es heute,
00:02:49: was wir heute machen und wir waren beim Abschlussgespräch dabei. Und dieses Abschlussgespräch ist
00:02:55: für mich sehr prägnant im Kopf geblieben, vor allem über die Themen, die sie gesprochen haben.
00:03:01: Und ich weiß nicht, wie es dir ging, ob das für dich genauso war, aber zunächst einmal muss ich
00:03:07: sagen, ich fand die Atmosphäre sehr wertschätzend. Also es war zu keinem Punkt, als wir die Ergebnisse
00:03:14: miteinander besprochen haben, war es zu keinem Punkt, wo du das Gefühl hattest, das war kein
00:03:18: wertschätzender Austausch miteinander. Also das Gefühl hatte ich auch, dass wir wirklich mit unseren
00:03:24: Kunden auf Augenhöhe reden, dass sie uns gegenüber auch auf Augenhöhe begegnen. Das sind nicht irgendwie
00:03:28: von oben herab versuchend, Audit durchzuführen, sondern wirklich, das partnerschaftlich zu
00:03:34: machen und auch dann uns in einer Art auf Fehler aufmerksam zu machen, dass sie nicht gesagt haben,
00:03:41: du, du, du, du, das läuft ja der Scheiße, das müsst ihr ganz schnell abstellen, sondern sagen, uns
00:03:45: ist aufgefallen, uns sind bestimmte Sachen aufgefallen, nachts doch einfach mal darüber sprechen,
00:03:50: nachts doch mal sprechen, wie wir es zum Beispiel bei uns in unserem Hause machen. Und wir würden euch
00:03:54: ganz gerne ein paar Hinweise dazu geben, wie man es anders gestalten könnte und würden euch aber auch
00:03:58: ganz gerne anhören, was ihr zu diesen Hinweisen zu sagen habt. Und da war zu keinem Zeitpunkt,
00:04:04: war da irgendwie ein Fingerzeig oder dass man sich so gefühlt hat, oh, eine große Kunde kommt,
00:04:08: jetzt müssen wir nach oben schauen und der Diktier von oben herab, sondern nein, da ist, haben wir
00:04:12: gespürt, dass dort die ähnliche Philosophie vorherrscht, wie wir es mit unseren Mitarbeitern
00:04:16: auch machen, wie wir es uns auch im Unternehmen wünschen und zwar, dass man sich auf Augenhöhe
00:04:19: begegnet, sich gegenseitig auf bestimmte Sachen hinweist und dann auch gemeinschaftlich an den
00:04:24: Themen arbeitet und so abigtet die Gespräche anfangen und Ende wahrgenommen. Genau, also sie haben
00:04:31: erst mal erzählt, was sie alles gut fanden, was sie vorgefunden haben, haben uns auch für unsere
00:04:35: Mannschaft gelobt und auch, wie unsere Fertigung aufgestellt ist. Also, das war wirklich, wirklich
00:04:41: sehr top und haben uns da sehr viel gute und positive Resonanz gegeben, aber gleichzeitig eben auch
00:04:46: und sie haben selber so auch formuliert, das sind Hinweise von ihrer Seite aus, wo sie uns einfach
00:04:51: Hinweise geben möchten, da das nochmal genauer anzuschauen, da vielleicht in die Veränderung zu
00:04:55: gehen, vielleicht die Maßnahme an der Stelle umzusetzen und die erste Erkenntnis aus dem Ganzen
00:05:01: ist, wie wertvoll ist es eigentlich, dass du genau solche externen, sei es jetzt Auditor von einem
00:05:06: Kunden oder irgendjemand anderen, der sage ich mal nicht im Tagesgeschäft bei uns mit drin ist,
00:05:11: im Hause hast, der dir ein Feedback gibt. Ist das jetzt eine Frage an mich? Ja, also das war so die
00:05:18: erste Erkenntnis, wie genial ist das eigentlich, dass du so eine Möglichkeit hast, mal ein Feedback
00:05:23: von außerhalb zu bekommen, wie bist du eigentlich als Unternehmen aufgestellt? Genau, also ich finde
00:05:29: das auch wahnsinnig wertvoll, weil man redet ja mal Betriebsblindheit und wir haben selber auch
00:05:34: festgestellt, dass wir an der einen oder anderen Stelle vielleicht auch schon betriebsblind geworden
00:05:37: sind, deswegen ist es verdammt wertvoll, wenn jemand von außen drauf guckt, ob er jetzt eine
00:05:42: unabhängige Stelle wie der TÜV, die DECRA ist oder halt auch ein Kunde und gerade wenn ein Kunde
00:05:46: auch mal von außen drauf guckt, ist es auch ganz wichtig, weil man, was wir immer gesagt haben,
00:05:50: was ein Krede von uns ist, ist diese Offenheit und diese Transparenz und wir haben halt nichts zu
00:05:54: verbergen. Am Ende des Tages verkaufen wir unsere Dienstleistung, zwar unsere Maschine und unsere
00:05:58: Know-how und sind darauf angewiesen, dass die Kunden bei uns bestellen, dass die Kunden sich auch bei
00:06:03: uns in guten Händen fühlen und ihre Teile bei uns in guten Händen sehen. Deswegen ist es umso
00:06:08: wichtiger, dass da jemand von außen auch mal neutral drauf guckt und die Herren haben sich sehr
00:06:12: neutral verhalten, also wie gesagt, die haben sich nicht irgendwie als Prüfstelle aufgespielt,
00:06:16: sondern die haben sich sehr vertreten, sehr, jetzt ist heil geloht vergessen, sehr neutral
00:06:23: verhalten, entschuldigung, sehr neutral verhalten und man hat das Ganze sehr, sehr angenehm gemacht
00:06:27: und für uns ist es immer wieder ein Aha-Moment, weil sie wirklich gesagt haben, wir sind sehr gut
00:06:31: aufgestellt und es gibt es nur, wie gesagt, seit 1938, wir haben seit ewigen Zeiten schon,
00:06:34: sind wir nach Qualität standen, hat es zertifiziert und während jeder Jahr
00:06:39: Red-Zertifizierung oder jede Jahr Überprüfungsaudit, alle drei Herren Red-Zertifizierung haben
00:06:44: wir jetzt gerade wieder hinter uns und die würden wir nicht umsonst bekommen. Also die bekommt man
00:06:47: nicht umsonst, dafür muss man ein bisschen was tun und sie haben es auch ganz klar gesagt,
00:06:50: dass sie bei uns wahnsinniges Verständnis für Qualität gefunden haben, aber sie haben auch
00:06:55: noch einige Sachen gefunden, die sie uns ganz gerne mitgeben mischen. Aber nochmal zu diesem Punkt,
00:06:59: diese externe Beratung, die man da bekommt, dass es einfach goldwert ist und man hat gemerkt,
00:07:03: als sie uns dann auf kritische Punkte angesprochen haben, waren sie sehr, sehr vorsichtig in dem,
00:07:08: wie sie es uns formulieren, um uns nicht vor den Kopf zu stoßen, wo wir uns ja auch gedacht haben,
00:07:13: hey nein, das ist genau richtig, dass ihr eben sehr offen mit uns in den Austausch geht und wir
00:07:17: sind sehr dankbar dafür, dass ihr uns so ehrliches Feedback gibt und ihr seid für uns hier nicht
00:07:22: lästig. Also ich glaube manchmal oder vielleicht in anderen Unternehmen empfinden die meisten solche
00:07:28: externen Leute als lästig statt zu gucken, was bringt mir das eigentlich für mein Unternehmen?
00:07:35: Naja, nicht nur in anderen Unternehmen, wir hatten ja auch schon die Situation, da müssen wir auch ehrlich
00:07:38: sein, dass wir extern geprüft worden sind von von von Bundesstellen, wo wir halt einfach genervt
00:07:43: waren, weil da halt einfach Anforderungen formuliert worden sind. Die Anforderungen waren
00:07:48: jetzt nicht das Problem, aber die Art und Weise, wie man dort mit uns umgegangen ist, die war halt
00:07:51: einfach unter aller Sau, da hat man von oben mit uns gesprochen und uns dazu verdonnert und wollte
00:07:56: uns verprügeln, auf gut Deutsch gesagt und jetzt ist eine Art und Weise, so möchte keiner mit
00:08:01: irgendjemandem, also so möchte man selber auch nicht behandelt werden und da hatten wir auch schon
00:08:04: Situationen, wo wir gesagt haben, ey, nervlos noch, wir sind froh, wenn ihr wechselt. Muss man mal ganz
00:08:08: ehrlich sagen. Ja, aber da ging es um die Haltung. Genau, genau. Aber in sich sind wir ja offen für
00:08:12: kritische Themen, die man bei uns platziert, weil wir sehen das für uns als Chance, dann noch weiter
00:08:18: wachsen zu können. Aber wie gesagt, genau das kommt auf den Ton an, wie man Sachen überbringt.
00:08:24: Deswegen war es so schön, dass die halt sehr wertschätzend mit uns geredet haben und wie
00:08:27: gesagt, die anderen waren nicht wertschätzend, sondern die haben von oben, wir sind die, ihr
00:08:30: müssen das sagen, wir dürfen das sagen, wir sagen das jetzt und ihr habt dort umzusetzen. Nee,
00:08:33: warum können wir da nicht in das Diskurs gehen? Da sind wir nicht zuständig. Na ja, wie reagiert man
00:08:38: denn da? Da ist man halt irgendwann genervt und deswegen ist er der so schön, diese Learning
00:08:43: für uns und auch für alle anderen, dass wenn man sich auf Augenhöhe begegnet und ich kann es
00:08:46: nicht, ich kann es glaube ich jetzt den ganzen Podcast wiederholen, dann profitieren beide
00:08:50: Seiten davon und dann macht es halt auch Spaß. Genau. Und das war in dem Fall so und wir waren
00:08:55: sehr dankbar für auch die kritischen Punkte. Aber nicht jeder geht eben dankbar mit kritischen
00:09:02: Punkten um. Also es ist immer schön, das positive zu hören, da geht dir natürlich das Herz auf,
00:09:08: aber das andere Learning, was ich aus diesem Treffen irgendwie mitgenommen habe, ist jetzt
00:09:14: nicht explizit, wir beide, aber so generell, wie gehen wir als Unternehmen eigentlich mit Kritik
00:09:18: um bei uns im Hause? Sind wir da wirklich so gut aufgestellt, dass wir das gut annehmen können?
00:09:22: Nein, wir sind an vielen Punkten, sind wir nicht kritikfähig. An vielen Punkten ist es dann auch
00:09:29: wirklich so, dass wir erstmal überhaupt nicht zuhören wollen und dass man dann in den Dialog
00:09:32: gehen muss. Wir möchten gerne offener sein, wir möchten auch mit den Punkten offener umgehen
00:09:37: und daran arbeiten wir, das ist ja auch die Aufgabe, die jeder und ich haben, dass wir gerade diesen,
00:09:41: diesen kritischen Punkten, wenn man die mal einspricht, dass man den Offen gegenübersteht und
00:09:45: das, ja. Genau und ich habe das Gefühl, dass wir oft, wenn wir mit Kritik konfrontiert werden,
00:09:51: sofort in diesen Verteidigungsmodus gehen, dass wir sagen so ja, aber das und das und das und
00:09:56: ja, aber das und das und das. Anstatt wie du immer so schön sagst, sagen vielen Dank für den Hinweis,
00:10:01: sei es, dass man jetzt sofort keine Antwort drauf hat und man sagt, ich werde mal darüber nachdenken
00:10:06: und komme dann nochmal auf sie zu oder auf dich zu, merke ich ganz extrem, dass es uns oft schwer
00:10:14: fällt bei uns in Betrieb die Kritik erstens anzunehmen und zweitens dann vielleicht auch zu sagen,
00:10:19: ja, da habe ich ein Fehler gemacht. Ja, das war, das war vielleicht, also sich auch Fehler
00:10:24: eingestehen, was ja nicht schlimm ist. Und da möchte ich nur kurz ergänzen und ich glaube,
00:10:28: also meine persönliche Sichtweise und wenn ich Kritik, also auch ich persönlich Kritik anspreche,
00:10:34: geht es mir darum, die Sache anzusprechen und nicht den gegenüber zu kritisieren. Ich kritisiere
00:10:39: nicht ihn oder ihn persönlich, greife ihn nicht persönlich an, sondern ich spreche halt die Sache
00:10:43: an und ich glaube, dass da oftmals Sachen falsch verstehen verstanden werden, dass viele Leute
00:10:47: dann halt einfach sich persönlich angegriffen fühlen, anstatt auf die Sache zu gucken, weil am
00:10:52: Ende des Tages reden wir über ein Sacharument. Klar ist das emotional, klar reagiert man emotional
00:10:56: darauf und es ist auch schwierig, sich darauf einzulassen, wirklich für sich im Kopf klar zu
00:11:01: kriegen, ey, wir reden jetzt hier über eine Sache, der greift mich nicht persönlich an oder einfach
00:11:04: mal nachzufragen, ey, Junge, worüber reden wir jetzt eigentlich? Reden wir jetzt über die Sache
00:11:08: oder greifst du mich jetzt persönlich an? Ist das meine Haltung? Und da halt einfach mal zu gucken,
00:11:12: den Schritt zurückzumachen und den Step zurückzumachen und zu fragen, sich selbst in der Frage mal kurz
00:11:16: reinzuhören, was hat der Ghana gesagt, ging es um die Sache oder hat er mich persönlich
00:11:19: eingegreifen? Bin ich mir nicht sicher? Dann frag doch einfach nach, weil im Regelfall greift der nicht dich
00:11:23: gegenüber an, sondern wir sprechen über die Sache. Ja, und da wird man, wird der ein oder andere
00:11:29: getriggert, dass er dann denkt, hey, ich habe schlechte Arbeit gemacht oder meine Arbeit war nicht
00:11:32: gut und wieder auch über Glaubenssätze, über die wir gesprochen haben, bin ich etwa nicht gut
00:11:38: genug, bin ich nicht ausreichend und das hast du ja gerade richtig gesagt, du redest dann über die
00:11:45: Sache und der Mensch fühlt sich emotional angegriffen. Da haben wir ja auch oft darüber gesprochen,
00:11:52: es gibt den Bauchmenschen, es gibt den Kopfmenschen, für den Kopfmenschen ist es vermutlich
00:11:56: einfacher, dann wirklich da auf der Sachebene dann zu bleiben. Der Bauchmensch fühlt sich dann
00:12:01: schneller persönlich angegriffen, aber auch auf der Sachebene habe ich oft das Gefühl,
00:12:07: dass auch da man sich nicht eingestehen kann und mal zu sagen, hey, ich habe Mist gebaut,
00:12:12: ich habe echt Mist gebaut, ich habe ein Fehler gemacht. Also das ist wirklich etwas, was ich
00:12:17: ganz selten hier bei uns im Unternehmen höre. Also und daran müssen wir arbeiten und das ist
00:12:24: vielleicht ja auch der Punkt des ganzen Thema Fehlerkultur, was wir auch letztes Mal angesprochen
00:12:28: haben. Also der Begriff, ich habe ein Fehler gemacht oder Fehler ist so irgendwie so negativ
00:12:35: behaftet oder? Das hat doch irgendwie so einen negativen Wipe. Ja, weil das an meiner Stelle
00:12:41: damit assoziiert wird, dass du versagt hast, dass du Sachen nicht richtig gemacht hast oder
00:12:46: vielleicht auch gar nicht in der Lage dazu bist. Genau. Und jetzt ist ja die Frage, warum
00:12:54: sind eigentlich, also sollten Fehler gemacht werden und warum sind Fehler eigentlich so wichtig?
00:12:58: Du guckst mich ganz... Ja, weil ich jetzt, nee, nicht Fragen, sondern ich habe jetzt überlegt,
00:13:06: ob du jetzt weitererzählst. Wir haben uns jetzt die letzten Tage auch viel darüber ausgetauscht
00:13:10: und du hast ja gerade erzählt, dass du gerade auch ein Buch hörst, was ich schon gelesen habe
00:13:14: und dass du da auch ein paar Kenntnisse hast und vielleicht lässt du uns irgendwann daran teilhaben,
00:13:18: was dir so zum Thema Fehlerkultur, was dir so prägnant im Kopf geblieben ist. Genau. Also vorab,
00:13:23: ich bin keine Liese Ratte. Ich habe mir zwar dieses Jahr vorgenommen, mehr zu lesen, aber ich habe
00:13:30: gemerkt, ich bin doch eher jemand, der gerne hört. Also ich habe dieses Buch, was Matthias
00:13:37: gelesen hat, mir angehört und bin kurz vor Ende und das Buch heißt "Reist das Ruder rum?"
00:13:43: Und das ist wirklich ein super, super spannendes Buch. Wir haben das auch unseren Mitarbeitern
00:13:48: geschenkt, also unseren Führungskräften. Also wer von unseren Führungskräften dazu hat,
00:13:53: hat das schon durchgelesen. Also an dem Punkt vielleicht liest du das mal durch,
00:13:57: das sind wirklich spannende Themen dabei und unter anderem ging es auch um das ganze Thema
00:14:02: Fehlerkultur. Und der berichtet da ja sehr, sehr nahbar, wie er, also der arbeitet da als Offizier
00:14:12: auf dem Schiff und erzählt eben da, wie er den Menschen dazu befähigt hat, in die Eigenverantwortung
00:14:19: zu gehen. Das ist nochmal ein separates Thema, da reden wir auch nochmal darüber, aber da ging es
00:14:23: auch darum, warum Fehler so wichtig sind. Und er sagt halt, wenn wir keine Fehler machen,
00:14:31: können wir nicht wachsen. Und die Menschen sind dazu, dazu geneigt und da habe ich viele Parallelen
00:14:39: zu uns auch gefunden, dieses Perfektionismus anzustreben, die wirklich so lange das durch,
00:14:44: zu durch denken, bis es perfekt ist, so dass man bloß keine Fehler macht. Und ich glaube,
00:14:52: dass sehen wir einfach sehr viele Parallelen auch bei uns im Betrieb, dass man vor allem nicht
00:15:00: viel über Fehler spricht. Also wir reden nicht viel über Fehler und wir versuchen auch,
00:15:05: das den Perfektionismus anzustreben und dementsprechend trauen wir uns nicht Fehler zu machen,
00:15:10: obwohl sie so wichtig sind. Und das schreibe ich sofort. Für mich sind Fehler halt auch Erkenntnisse,
00:15:20: wie Sachen nicht funktionieren. Also meistens gibt es mehrere Wege, wie Sachen funktionieren können.
00:15:26: Und wenn man Fehler macht, hat man meistens einen Weg gefunden, der halt nicht funktioniert und Fehler
00:15:30: sind halt nichts schlimmer, sondern in der Regel machen wir Fehler, wenn wir etwas Neues probieren,
00:15:33: Sachen, die wir noch nie gemacht haben, die ausprobieren und dann entstehen Fehler. Also Fehler
00:15:37: ist grundsätzlich nicht zwar kehrt, das ist genauso wie mit viel versuchen.
00:15:42: ob im Sport, beim Stabhochsprung, beim Stabweitwurf oder so, da passieren auch Fehlversuche.
00:15:48: Und aus diesen Fehlversuchen lernt man weniger Anlauf, mehr Anlauf, mehr Schwung,
00:15:52: höher Springen, längeren Stab etc.
00:15:54: Und nur dadurch werden auch Sportler besser, weil sie halt diese Fehler machen,
00:15:57: aus diesen Fehlern lernen sie.
00:15:58: Erst daraus können sie Erkenntnisse ziehen, was sie beim nächsten Mal verändern müssen,
00:16:03: um die Leistung, diese Anstreben auch zu erzielen.
00:16:05: Und genauso seht ihr im Berufsleben auch, wir probieren Wege aus und merken,
00:16:10: entweder wir können die Teile so herstellen oder wir können die Teile nicht herstellen.
00:16:12: Wir machen uns Gedanken, ob wir sie mit der Technologie herstellen können.
00:16:15: Merken, oh nein, die Technologie ist dafür nicht geeignet.
00:16:17: Wissen wir, okay, Hakenbahn ist nicht schlimm, nächste Technologie ausprobieren.
00:16:20: Und so können wir sukzessive besser werden.
00:16:22: So können wir auch dem Kunden sukzessive ein besseres Produkt liefern,
00:16:26: was gegebenenfalls schneller wird, was gegebenenfalls auch preiswerter wird,
00:16:29: unqualitativ hochweiter wird.
00:16:31: Und daher gibt es keine, es sind Fehler nicht schlimmer,
00:16:35: es Fehler müssen passieren, damit wir halt einfach besser werden.
00:16:37: Wenn ich mit Eddison war, zum Beispiel, mit der Glühbirne,
00:16:41: der gesagt hat, ich habe eine Millionen Versuche gebraucht
00:16:43: und weiß jetzt eine Millionen Versuche, wie es nicht funktioniert, eine Glühbirne zu bauen.
00:16:46: Also so oder so ähnlich, ganz, ja.
00:16:48: Hat er zum Beispiel auch gesagt, ganz spannend.
00:16:52: Total, also bin ich total bei dir.
00:16:55: Nicht, also und das ist ja genau der Punkt, dass wir da noch nicht gut sind.
00:17:01: Wir sind nicht gut darüber, über Fehler zu sprechen.
00:17:04: Wir sind noch nicht gut, diese Fehler wirklich mal am Tisch zu platzieren,
00:17:09: um da in den Austausch zu gehen und sagen, hey, wir haben das jetzt so probiert
00:17:13: und haben gemerkt, das war es jetzt nicht, ist aber nicht schlimm.
00:17:16: Wir haben dafür dann das und das nachjustiert und jetzt wissen wir, wie es funktioniert.
00:17:21: Und da finde ich es halt auch mal wichtig, da fing der Weg halt einfach bei den Führungskriften an,
00:17:24: dass die Führungskrifte dann halt nicht die erste Frage darf,
00:17:26: also aus meiner Sicht darf die erste Frage nie sein.
00:17:29: Wer war es?
00:17:30: Er völlig uninteressant, wer es war.
00:17:32: Wenn das erste mal ein Fehler passiert, der noch nie aufgetreten ist,
00:17:34: ist es doch völlig uninteressant, wer es war, sondern warum ist der Fehler aufgetreten?
00:17:38: Wie sieht das Fehlerbild aus und was müssen wir tun, dass dir kein zweites Mal auftritt?
00:17:41: Das sind doch die eigentlichen Fragen, die wir stellen müssen.
00:17:43: Wer es macht, wer es war, ist doch Banane.
00:17:46: Wenn der gleiche Fehler ein Drittet und ein Viertelme auftaucht, ja, dann sollte man nachfragen.
00:17:50: Da muss man nachfragen, wer diesen Fehler begangen hat.
00:17:52: Wenn es immer derselbe ist, dann muss man dort in den Diskurs gehen,
00:17:55: dann muss man dort in den Austausch gehen.
00:17:56: Aber beim ersten Mal frage ich, ist meine erste Frage nicht.
00:17:59: Wer war es? Interessiert mich auch gar nicht.
00:18:00: Ist mir wirklich völlig Banane.
00:18:01: Mich interessiert, ob die Leute sich Gedanken gemacht haben.
00:18:04: Wie können wir den Fehler abstellen?
00:18:06: Oder was müssen wir tun, dass der Fehler kein zweites Mal vorkommt?
00:18:08: Das ist die einzige Frage, die mich interessiert.
00:18:10: Ja, genau das ist es.
00:18:12: Und wir sind ja schnell darin zu sagen, na, wer war es denn?
00:18:15: Wer hat denn den Fehler gemacht, so mit dem Finger erst mal drauf zu zeigen?
00:18:18: Und zu gucken, okay, den kann ich jetzt erst mal anscheißen.
00:18:21: Anstatt dahin zu gehen und zu sagen, ey, wie ist was passiert, kann ich dich unterstützen?
00:18:26: Brauchst du meine Unterstützung, kann ich dir irgendwie helfen?
00:18:29: Hast du eine Frage oder sonstige?
00:18:30: Das wäre doch für sinnvoller als zu fragen, der ist schuld, der ist schuld,
00:18:33: der hat einen Fehler gemacht, nee, geh doch einfach hin und sag, ey,
00:18:35: ich hab gesehen, der Versuch war nicht ganz gut, darf ich dir ein Tipp geben
00:18:38: oder hast du irgendeine Frage nicht, kann ich dich irgendwie unterstützen?
00:18:40: Und da beginnt auch Filterkultur.
00:18:43: Da beginnt auch die Filterkultur im Unternehmen, sich gegenseitig zu unterstützen,
00:18:46: sich nicht gegenseitig zu fertig zu machen, ohne mit dem Finger auf den Anderen zu zerrenken.
00:18:49: Und das finde ich halt ein schlimmer daran.
00:18:51: Wir machen uns sehr gerne, sehr schnell, lustig über alle anderen
00:18:54: und ergötzen uns an Schadenfreude.
00:18:56: Genau.
00:18:57: Da hast du also, das kann ich super nachvollziehen und auch komplett unterschreiben.
00:19:02: Und da gehe ich jetzt einen Schritt weiter und auch in dem Buch wird ja natürlich auch gesprochen,
00:19:06: wie schaffe ich es denn, Fehler zu vermeiden.
00:19:09: Und du hast es auch ganz, ganz Treffen gerade auch angesprochen.
00:19:13: Der andere bietet ja auch an, hey, wie kann ich dich vielleicht dabei unterstützen?
00:19:16: Lass uns das mal gemeinsam angucken, im Team schauen.
00:19:19: Und der Autor erzählt in dem Buch, dass die bei sich, sag ich mal,
00:19:24: eine Kultur etabliert haben, wo sie gesagt haben, okay,
00:19:28: bevor ich etwas tue, erstens, ich muss mir bewusst machen, was ich tue.
00:19:33: Also, sei es, sei es, dass man irgendwas Läppisches irgendwie unterschreibt,
00:19:37: dass man wirklich bewusst Sachen tut.
00:19:40: Also, nicht der Automatismus, der begleitet uns ja alle.
00:19:43: Manchmal merken wir das ja auch beim Autofahren.
00:19:44: Wir kennen die Strecke, wir fahren das automatisch und denken gar nicht mehr darüber nach,
00:19:48: was eigentlich fatal ist.
00:19:51: Und genauso ist es eben, wenn ich etwas tue, sei es jetzt bei uns ein Teileinlege,
00:19:57: auf den Knopfdrücke, wenn ich eine Unterschrift tätige oder einen Auftrag eingebe,
00:20:04: dass ich wirklich mir bewusst mache, was ich tue.
00:20:07: Also, es ist bewusst sein, da zu stärken.
00:20:10: Und er sagte dann im Anschluss dazu, sagte er, dass es durchaus hilfreich sein kann,
00:20:15: im Team zu sagen, ich beabsichtige, folgendes zu tun.
00:20:20: Damit gegebenenfalls ein Teammitglied oder auch die Führungskraft oder wer auch immer
00:20:24: dann dabei ist, sagen kann, hey, aber hast du das und das vielleicht mit berücksichtigt?
00:20:28: Oder ah, denkt daran, die Marse muss hier so und so eingestellt werden.
00:20:33: Also, da nochmal so Hinweise, wie können wir eigentlich uns da auch gegenseitig unterstützen,
00:20:38: damit eben solche Fehler, damit Fehler nicht passieren oder nicht nochmal passieren,
00:20:43: oder dass man da einfach gemeinsam drauf schaut.
00:20:46: Und das erste ist halt, wie gesagt, Bewusstsein schaffen für die Dinge, die ich tue
00:20:49: und nicht den Automatismus einkehren zu lassen.
00:20:51: Und das zweite ist, laut auszusprechen, ich beabsichtige, folgendes zu tun.
00:20:55: Da fällt mir spontan noch ein zweites Beispiel ein, und zwar Netflix.
00:20:59: Netflix ist es ja so, dass da auch Eigenverantwortung gelebt wird, dass auch der, also das auch
00:21:03: ein normaler Mitarbeiter klingt immer so, so hart, dass jeder Mitarbeiter eine Lage ist,
00:21:09: auch über verschiedenste Budgets zu entscheiden.
00:21:11: Und da gibt es zum Beispiel auch die Möglichkeit, dass jetzt ein Einkäufer ein Budget über 20,
00:21:16: 30 Millionen verwaltet und dort halt einfach frei geben kann.
00:21:19: Und zwar, da ist es zum Beispiel so, da sind auch solche Gremien im Grund.
00:21:23: Also er muss seine Idee aufschreiben, muss davon selber überzeugt sein und dann muss
00:21:26: er seine Idee vor drei verschiedenen Gremien verteidigen.
00:21:29: Sich dort den kritischen Fragen stellen, hast du daran gedacht, hast du daran gedacht,
00:21:33: wie sieht es damit aus, bist du dir sicher, dass du jetzt das komplette Teambudget dafür
00:21:37: aufgehen willst?
00:21:38: Also er muss, man muss dort nicht nur im eigenen Team die Idee verteidigen, sondern auch vor
00:21:43: ganz vielen anderen Teams, die ja da auch mit dranhängen, weil man tangiert ja auch viele
00:21:47: andere Parteien.
00:21:48: Und da ist es halt auch so wichtig und das finde ich auch schön, dass die halt auf
00:21:52: allen Ebenen erst mal gucken müssen, ob sie damit einverstanden sind, ob sie auch alle
00:21:56: anderen abholen, weil wenn sie intern die Leute nicht abholen, ist das Projekt auch schon
00:21:59: außerhalb Stunden zum Scheitern verurteilt.
00:22:00: Und erst mit intern die Gremien Go sagen, dann dürfen sie dieses Budget frei geben und diese
00:22:06: Sachen dann aufsagt geben.
00:22:07: Ja, und jeder guckt mich schon wieder ganz böse an, weil ich schon wieder mit meinem
00:22:09: ganzen Körper spreche und hier auf dem Tisch rumklopfen.
00:22:11: Ich glaube, das hört ja gar nicht.
00:22:13: Aber der guckt ziemlich immer so böse an und sagt.
00:22:16: Hört ihr das?
00:22:17: Ja, so laut bin ich es doch gar nicht.
00:22:19: Also ihr werdet es demnächst erleben.
00:22:21: Ich glaube, Mitte Februar starten wir den Videopocken, dann seht ihr auch mal unsere
00:22:27: Interaktion.
00:22:28: Ja, aber auch super spannend, was du erzählst.
00:22:30: Also das ist auch bei Netflix auch ein sehr gutes Buch, das habe ich noch nicht gehört.
00:22:34: Ist vielleicht das nächste Buch, was ich mir reinziehen sollte.
00:22:37: Aber ja, da sind genau diese Impulse, die wir brauchen.
00:22:41: Und ein wichtiger Punkt, das hattest du vorhin auch schon erwähnt, Matthias ist, als Führungskraft
00:22:46: das auch zu leben.
00:22:47: Also auch an unsere eigene Nase gepackt und auch an unsere Führungskräfte.
00:22:54: Da würde ich ganz gerne kurz unterbrechen, nicht auch, sondern das ist der wichtigste
00:22:58: Punkt von allen.
00:22:59: Wenn wir es nicht vorleben, wie können wir dann davon ausgehen, dass unsere Mitarbeiter
00:23:04: das machen?
00:23:05: Die Mitarbeiter gucken immer auf uns, die gucken uns komplett an.
00:23:07: Die beobachten jeden kleinen Fingerzeug von uns.
00:23:10: Und wenn wir nicht das vorleben, was wir predigen, geht bei dem Kopf, die erzählen das und
00:23:14: machen das.
00:23:15: Das ist das wichtigste.
00:23:16: Dann machen wir es sich selber nicht.
00:23:17: Also wenn wir etwas predigen, müssen wir es vorleben.
00:23:20: Und das ist aus meiner Sicht das allerwichtigste.
00:23:22: Bei uns fängt es an.
00:23:24: Genauso wie ein ganz kleines Beispiel.
00:23:26: Man geht nicht zu Firma oder liegt direkt auf dem Boden.
00:23:28: Wenn wir dran vorbeigehen, geht jeder andere dran vorbei.
00:23:30: Der Geschäftsführer erhebt sich auch, warum machen die es nicht?
00:23:32: Oder der Eigentümer?
00:23:33: Nein, einfach wenn die Dreckseher...
00:23:35: Das ist mir gestern passiert.
00:23:36: Wenn die Dreckseher aufheben, wegschmeißen.
00:23:39: Als leuchtendes Beispiel.
00:23:40: Und das einfach.
00:23:41: Das stimmt.
00:23:42: Das ist mir tatsächlich gestern passiert.
00:23:43: Ich habe mich durch die Fertigung gelaufen.
00:23:45: Da lag ein Stück Papier auf dem Boden.
00:23:47: Matthias, hast du das nicht gesehen?
00:23:48: Ich habe es wirklich nicht gesehen.
00:23:50: Ich habe es wirklich nicht gesehen.
00:23:52: Ich bin da auch nicht wirklich gut drin.
00:23:54: Matthias achtet da sehr drauf.
00:23:56: Papier aufgehoben, in den Müll geschmissen.
00:23:59: Und du hast vollkommen recht.
00:24:00: Wir müssen es als Führungskräfte alle vorleben.
00:24:03: Und vor allem vielleicht auch den ersten Schritt zu machen, im Team zu sagen, hey, ich habe
00:24:08: einen Fehler gemacht.
00:24:09: Und dann kommen wir wieder zu unserer Lieblingsfrau Birkenwiel, die ja auch über Fehler gesprochen
00:24:15: hat.
00:24:16: Und uns und auch erklärt hat, sehr beeindruckend, dass das Fehler in unserem Kopf gar nicht
00:24:23: irgendwie einen Stellenwert hat oder dass es irgendwie einprogrammiert ist bei uns.
00:24:28: Und dass wir uns dem immer wieder bewusst machen, damit wir auch verstehen, dass das
00:24:32: ein Teil unseres Lebens ist und dass das auch vollkommen in Ordnung ist.
00:24:35: Und ich, dass nicht so vehement abwehren sollte.
00:24:39: Und da sagte sie auch sehr, sehr anschaulich, dass eine Führungskraft oder ich glaube alle
00:24:45: Mitarbeiter, vor allem auch Führungskräfte sich jeden Tag, eigentlich nicht eigentlich,
00:24:49: sondern jeden Tag sagen sollen, ich habe heute folgenden Fehler gemacht.
00:24:52: Damit sich das in unserem Hirn, in unserem Kopf, einprägt, dass das ein Teil von unserem
00:25:01: täglichen Alltag ist und dass das einfach nicht schlimm ist, sondern dass das wichtig
00:25:06: ist, damit wir wachsen können, damit wir voran können, weil wenn wir keine Fehler machen,
00:25:10: dann lernen wir nicht daraus.
00:25:11: Dann lernen wir nicht daraus, wie wir es anders machen könnten und können uns gegebenenfalls
00:25:17: dadurch hemmen und die Weiterentwicklung eines Unternehmens dadurch gefährden.
00:25:22: Und du hattest auch dieses, da gibt es ja auch so ein prägnantes Beispiel mit dem Penicillin.
00:25:28: Das hat aber nichts mit Fehler, das war aber nicht bebezüglich.
00:25:30: Das war aber, gut, das war Zufall, aber das war doch auch sehr mutig gewesen, oder?
00:25:36: Bei der Entdeckung des Penicillins.
00:25:38: Also wie ist das da nochmal zugekommen?
00:25:39: Ich weiß jetzt wirklich gar nicht, das Penicillin ist wirklich Zufall, da ist irgendwie übernacht,
00:25:43: hat halt stehen lassen, da sind die Bakterien ran, haben irgendeine Kultur gebildet und die
00:25:47: haben halt gesehen, dass die resistent gegen bestimmte Bakterien oder wiegen sind, das
00:25:50: ist ja, ihr kriegst nicht ganz zusammen, aber da hat eher der Zufall entstattet Fehler.
00:25:54: Da war eigentlich Fehler, dass er vergessen hat abzudecken.
00:25:56: Die Fehler war, dass er vergessen hat die Probe abzudecken und dadurch bestimmte Sachen
00:26:00: oder bestimmte Prozesse in Gang gesetzt worden sind und da wurde durch Zufall, durch diesen
00:26:05: Fehler haltet Penicillin entdeckt.
00:26:07: Ah, okay, gut.
00:26:08: Zu uns auf aller Glück.
00:26:09: Genau, dann tut mir leid, dann habe ich das in dem Umfang, war es genauso zu verstehen.
00:26:14: Wir hatten vorhin kurz darüber gesprochen gehabt, als wir über den heutigen Podcast
00:26:18: gesprochen haben.
00:26:19: Aber wie gesagt, Fehler helfen uns einfach auch zu wachsen, um uns weiterzuentwickeln
00:26:23: und dann nicht stehen zu bleiben, wenn wir nur darauf bestrebt sind Perfektionismus anzustreben
00:26:29: und dabei vielleicht so viele, wo es dann dabei vielleicht so viele unentdeckte Sachen
00:26:35: gibt, wie das Penicillin, was dann zufällig entdeckt wurde, dass wir uns sowas nicht entgehen
00:26:41: lassen.
00:26:42: Genau.
00:26:43: Zu dem Thema Kritik und Fehlerkultur.
00:26:49: Wir hatten ja nicht nur einen Kunden Audit gehabt, sondern wir hatten ja auch selber
00:26:53: einen Audit bei einem Lieferanten gemacht.
00:26:54: Matthias, darf ich dich bitten, wieder kurz über dieses Lieferanten Audit zu sprechen,
00:26:59: was vielleicht kurz zusammenzufassen?
00:27:02: Also hier war es so, dass wir den Wunsch gehabt haben, wirklich mal zu einem Lieferanten von
00:27:07: uns zu fahren, weil in der jüngsten Vergangenheit dort einfach vermehrt Filterbilder aufgetreten
00:27:14: sind, die wir uns nicht erklären konnten.
00:27:16: Und da wollten wir halt einfach mal mit unserem Lieferanten drüber sprechen und uns auch
00:27:19: mal angucken, welche Fehlerkultur dort vorherrscht und wie dort mit Qualität umgegangen worden
00:27:24: ist.
00:27:25: Und da sind wir halt auch hingegangen und da hat man sich auch Zeit genommen.
00:27:27: Also da ist die Geschäftsführung auch vier Stunden mit unseren Mitarbeitern am Tisch,
00:27:32: ohne zwischendurch mit dem Handy zu spielen.
00:27:33: Das hat wirklich den vollen Fokus auf uns.
00:27:35: Da haben wir vorgefunden, waren ja sehr offen, sehr transparent und sind da mit uns in den
00:27:40: Dialog gegangen.
00:27:41: Genau.
00:27:42: Und was man vorab sagen kann, wir sind ja mit der Haltung reingegangen.
00:27:47: Ich sage es jetzt mal ganz provokant, wir haben alles richtig gemacht.
00:27:50: Genau.
00:27:51: Und der Lieferant, der hat alles falsch gemacht.
00:27:53: Und wir zeigen wieder mit dem Finger auf ihn, ne?
00:27:56: Du bist schuld, wer ist schuld, du bist schuld.
00:27:58: Also genau das, was du beschrieben hast, wenn Fehler passiert, erstmal gucken, wer ist
00:28:02: der Schuldige und am besten gleich den Finger auf den anderen zu zeigen.
00:28:06: Aber dass man ehrlicherweise dort uns auch ganz schnell die Augen geöffnet hat, nee,
00:28:12: also auch wir haben hier einige Hausaufgaben zu erledigen.
00:28:14: Und wir brauchen nicht mit einer, ich sage es jetzt mal wirklich provokanten Haltung
00:28:21: rein zu gehen, um zu sagen so, hey, wir sind die besten und ihr habt es falsch gemacht.
00:28:26: Und das darf nicht der Ansatz, kann nicht der Ansatz sein.
00:28:29: Wir werden das noch in anderen Meetings nochmal sehr ganz genau auseinandernehmen.
00:28:33: Und da hat man aber auch ganz klar gemerkt, es sind Fehler aus unserer Seite passiert,
00:28:38: es sind auch Fehler auf der anderen Seite passiert, die wurden aber auch nicht beschönigt.
00:28:42: Sondern da auch wirklich großen Lob an den Juniorchef, an der dann auch gesagt hat, ja,
00:28:50: wir haben missgebaut.
00:28:51: Da hat ganz klar gesagt, wir haben missgebaut, ja, ist richtig.
00:28:54: Genau, und hat sich das aufgeschrieben und hat dann auch Abstellmaßnahmen, also die
00:28:58: sind dann wieder zurückgegangenes Unternehmen, nachdem wir weg waren, haben auch Abstellmaßnahmen
00:29:01: definiert oder definieren immer noch Abstellmaßnahmen, die sie uns dann zukommen lassen.
00:29:05: Und wir sind halt auch mit einer Masse an Hausaufgaben zurückgekommen.
00:29:07: Und auch da ist das wieder wichtig und ist auch schön, dass wir dort auch von unseren
00:29:11: Lieferanten Feedback bekommen, dass auch unsere Lieferanten sagen, ey, Leute, auch auf eurer
00:29:18: Seite passieren Fehler, auch auf eurer Seite läuft alles nicht ganz richtig, lasst uns
00:29:21: doch mal drüber sprechen, wie wir dort gemeinsam stärker werden können.
00:29:24: Also sie haben nicht den Ball nur zurückgespielt und gesagt, ey, das habt ihr Scheiße gemacht,
00:29:28: sondern sie haben gesagt, komm, lass uns doch gemeinsam draufgucken, wie können wir die
00:29:30: Spächen, die ihr habt und die, die wir haben, gemeinsam lösen, dass wir wieder eine starke
00:29:34: partnerschaftliche Verbindung miteinander eingen können.
00:29:36: Und da auch wirklich größten Respekt und vielen Dank an, an, an wirklich an die Geschäftsführung
00:29:40: dort drüben, dass sie dort auch so offen und ehrlich mit uns waren und dort auch mehr
00:29:44: oder weniger ertragen haben, wie wir dort reingegangen sind und dann mit uns nicht die, die haben
00:29:49: den Finger nicht auf uns gezeigt, sondern die sind wirklich astrein und hart mit uns in
00:29:54: den Austausch gegangen.
00:29:55: Und das ist wünschenswert.
00:29:57: Und so wünschen wir uns den Umgang.
00:29:59: So wie wir erwarten, wie unser Kunde mit uns umgeht, so müssen wir auch mit unseren Lieferanten
00:30:03: umgehen.
00:30:04: Da haben wir festgestellt, das hat Niederlöschung gesagt, da haben wir einige Defizite.
00:30:08: Da müssen wir dran arbeiten, weil wenn ich mir etwas wünsche, wie ich behandelt werde,
00:30:12: muss ich auch alle anderen genauso behandeln.
00:30:14: Weil wenn ich wieder da widersprüchlich handele, dann bin ich irgendwann nicht mehr vertrauenswürdig,
00:30:19: irgendwann nicht mehr glaubwürdig und irgendwann hat Kinder mal Bock mit mir zu arbeiten.
00:30:22: Muss man ganz ehrlich sagen.
00:30:23: Ja, und zum Schluss unseres Podcasts möchte ich noch mal darauf eingehen, was du heute
00:30:27: morgen in unserer Morgenrunde mit den Führungskräften gesagt hast, wie wichtig eigentlich der persönliche
00:30:33: Austausch auch ist, um bestimmte Sachen zu verstehen.
00:30:35: Das hast du, finde ich, heute nochmal sehr wichtig, dass du das heute Morgen nochmal
00:30:40: betont hast, dass der persönliche Austausch so wichtig ist, sei es mit dem Kunden als
00:30:45: auch mit dem Lieferanten, um zu verstehen, wo sind die Probleme, wo sind die Schmerzpunkte
00:30:50: und wie können wir gemeinsam gucken, dass die abgestellt werden.
00:30:54: Weil letztlich geht es nicht darum, wer Schuld hat, sondern wie können die Themen so bearbeitet
00:31:01: werden, dass beide Seiten glücklich sind.
00:31:03: Ja, schön, hätte ich es nicht sagen können.
00:31:05: Genau.
00:31:06: In diesem Sinne, vielen Dank heute fürs Zuhören.
00:31:08: Die Zeit ist rum, wir freuen uns auf den nächsten Podcast mit euch, wünschen euch noch einen
00:31:14: wundervollen Tag, Abend, egal wann ihr den Podcast hört und sagen Dankeschön und bis
00:31:18: bald.
00:31:19: Bis bald, ciao.
00:31:20: Ciao.
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